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Einflüsse


Biologische Einflüsse

Aufrgund der Wirkungsweise der Medikamente, welche gegen/bei Zwangsstörungen zum Einsatz kommen, kann man unter Anderem von einer Störung des Serotonin-Haushaltes ausgehen.

Man kann sich vorstellen, dass der Botenstoff Serotonin die Kommunikation der verschiedenen Bereiche im Hirn verbessert. Vereinfachend könnte man folgende Bereiche beschreiben:

Bereich Gewohnheiten (Basalganglien): kümmert sich um die gewohnheitsmässige Ausführung bestimmter Verhaltensmuster; da keine bewusste Steuerung notwendig ist, können solche bewährten Reaktionen schnell, genau und automatisch ausgeführt werden

Bereich Moral (rechter, präfrontaler Cortex): sorgt dafür, dass Handlungen vor ihrer Ausführung daraufhin überprüft werden, ob sie mit den eigenen Wert- und Moralvorstellungen übereinstimmen

Bereich Nutzen (limbisches System): sorgt dafür, dass Handlungen vor ihrer Ausführung daraufhin überprüft werden, ob der Anreiz bzw. der erwartete Nutzen gross genug ist.

Zusätzlich gibt es eine Zentrale (linker präfrontaler Cortex), die steuert, wann welche Bereiche zum Einsatz kommen. Anscheinend ist nun bei Zwangserkrankten die Zentrale zu schwach und die Gewohnheitsabteilung zu stark. So verselbständigen sich die Gewohnheiten und werden der Kontrolle des Betroffenen entzogen. Er kann gar nicht mehr das tun, was ihm vernünftig erscheint, sondern muss immer wieder dieselben Gedanken und Tätigkeiten abspulen.

Zwangsstörungen wurden auch als Folge von Entzündungen im Gehirn, nach Schädelverletzungen und nach einer speziellen Infektion im Kindesalter beobachtet, was ebenfalls für biologische Einflüsse auf die Zwangsstörung spricht.

Psychische Einflüsse

Es gibt Studien, die zeigen, dass eine Verhaltenstherapie bei Zwangsstörungen erfolgreich eingesetzt werden kann.

Die Wirkung einer Verhaltenstherapie kann man sich mit folgendem Modell erklären:

Eine übertriebene Ängstlichkeit oder Unsicherheit könnte erlernt sein. Bei Zwangserkrankten läuft folgender Teufelskreis ab: Die Ängste führen zu einer inneren, unangenehmen Anspannung. Der Betroffene erlebt, dass er diese Anspannung durch bestimmtes Verhalten (Rituale, Waschen, Kontrollieren) verringern kann. Aufgrund dieser Erfahrung, werden die Aktivitäten immer häufiger und zwanghafter. Dabei erlebt der Betroffene nie, dass die Anspannung auch ohne sein Dazutun verschwinden würde. Im Gegenteil, die ständige Beschäftigung mit den Befürchtungen verstärkt diese noch.

Genetische Einflüsse – Vererbung

Kinder, deren Eltern oder andere Blutsverwandte an Zwangskrankheiten, Tics oder Angststörungen leiden, haben ein leicht erhöhtes Risiko, eine Zwangsstörung zu erleiden. Man weiss, dass Vererbung eine gewisse Rolle spielt, jedoch sind andere noch unbekannte Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt. Während z.B. die Augenfarbe vollständig durch Gene bestimmt wird und daher eineiige Zwillinge immer die gleiche Augenfarbe haben, ist dies bei der Zwangsstörung nicht der Fall. So kann ein Zwilling daran erkranken und der andere nicht (nach dem Artikel "OCD in Children" auf www.ocfoundation.org).